Das Online-Tagebuch
Denkt man an den Begriff Tagebuch, kommt einem meist das Bild eines kleinen ledergebundenen kunstvoll verzierten Buches mit Vorhängeschloss in den Sinn. Das mögen auch die herkömmlichsten oder traditionellen Formen des Tagebuchs sein, aber in einer Gesellschaft, in der der technische Fortschritt schneller voranschreitet als man diesen erfassen kann, findet man heute noch eine andere Form des Tagebuchs. Wen verwundert es noch, dass diese andere Form etwas mit dem Internet zu tun hat? Natürlich spreche ich vom Online-Tagebuch, das vor allem den jüngeren Leser ein Begriff ist.
Das Online-Tagebuch hat seine Wurzeln Mitte der 90er Jahre. Diese Online-Tagebücher waren zu dieser Zeit Webseiten, auf denen Besucher periodisch Einträge über ihr eigenes Leben machten. Schließlich wuchsen Services wie z.B. Xanga, das den Nutzern ermöglichte, eigene Online-Tagebuch-Websites zu erstellen. Nach und nach wurden diese Websites dann nicht mehr Online-Tagebücher genannt, sondern bekamen den auch heute noch gebräuchlichen Namen Weblog. Das Weblog, das häufig auch als Blog abgekürzt wird ist ein Journal, das vom Nutzer als Tagebuch geführt wird und im World Wide Web veröffentlicht wird.
Das Schreiben eines Eintrags in das Weblog wird als bloggen bezeichnet, der Schreiber selbst ist ein Blogger. Man kann zwischen zwei verschiedenen Arten des Blogs unterscheiden. Zum einen gibt es den personal Blog, dort notiert, wie beim herkömmlichen Tagebuch auch, der Schreiber seine täglichen Erlebnisse und Gefühle, der Unterschied ist nur, dass den Eintrag alle anderen Nutzer auch lesen können. Die zweite Art des Blogs ist der non-personal Blog. Dieser Blog ist nicht dafür vorgesehen etwas von sich selbst zu erzählen. Der Blogger möchte damit andere Beiträge kommentieren oder Informationen liefern. Dieser non-personal Blog ist besonders bei Unternehmen verbreitet, die durch den Internetauftritt Werbung machen möchten.
In den letzten Jahren wurden bereits umfassende Studien über die Nutzer der Weblogs betrieben. Dabei wurde herausgefunden, dass es zwei verschiedene Beweggründe für das Nutzen eines Weblogs gibt. Zum einen wollen die Blogger ihre Erlebnisse festhalten und andere Menschen daran teilhaben lassen. Der andere Teil der Blogger möchte, dass die Leser vom niedergeschriebenen Wissen und Erfahrungen profitieren und so etwas lernen.
Der Vorteil eines Weblogs ist, dass man sich jederzeit über die Einträge austauschen kann. Hat man z.B. ein Problem kann man nach anderen Nutzern suchen die ein ähnliches Problem haben oder hatten und sich ihre Erfahrungen durchlesen. Außerdem kann man so Menschen finden, die vielleicht die gleichen Interessen und Ideen haben. Ein Online-Tagebuch ist also auch als großes Internet-Forum zu betrachten, das die Möglichkeit bietet, Bekanntschaften zu machen, Erfahrungen auszutauschen und Hilfe zu bekommen.
Trotz all der positiven Aspekte des Weblogs sollte man aber dennoch Vorsicht walten lassen. Oft ist man durch die vermeintliche Anonymität des Internets eher bereit Informationen über sich preis zu geben, die wirklich kein anderer Mensch erfahren sollte, schon gar kein wildfremder. Man weiß nie, wer am anderen Ende des Kabels sitzt und sich heikle Informationen über einen beschafft. Und auch wenn man einen netten Menschen über das Weblog gefunden hat, der angeblich die gleichen Interessen hat wie man selbst, gilt zu bedenken, dass das Internet kein Beichtstuhl ist, und viele User diese Plattform nutzem, um andere zu täuschen. Richtig genutzt macht das Bloggen Spass und ist eine Bereicherung.









